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Motivation. Zusammenhalt. Problemlösung. Was Teamtrainings können und was nicht.

Teamtrainings bzw. Teamentwicklungsseminare gehören mittlerweile zum Standard-Repertoire von Personalabteilungen. Sie werden in Kleinunternehmen genauso angewendet wie in Großkonzernen, in allen Hierarchieebenen und sämtlichen Branchen. Hat man einer Abteilung schon längere Zeit keinerlei „Maßnahme“ zukommen lassen, schickt man sie einfach geschlossen für 1-2 Tage in ein Seminarhotel, engagiert eine/n externe/n TrainerIn und alles ist gut.

Aber ist es tatsächlich so einfach?

Was ist das Ziel?

Oft verfolgen solche Trainings das Ziel, das Vertrauen im Team aufzubauen, die Kommunikation im Team zu verbessern, dabei zu helfen, dass die MitarbeiterInnen im Team sich besser kennen lernen, Freude und Spaß an der Zusammenarbeit zu haben und die firmeninternen Abläufe zu optimieren. Sie sollten daher im Idealfall am Anfang eines Veränderungsprozesses stehen. In der Praxis werden sie jedoch zumeist erst eingesetzt, wenn der Hut bereits brennt und bestehende Konflikte durch das Teamtraining gelöst werden sollen. Oder sie sollen die Motivation im Team, die sich aktuell im Keller befindet, wieder anheben.

„Wenn ich an solche Team-Trainings denke, drängt sich der Vergleich mit einem Zahnarztbesuch auf. Es gibt einige, die erst zum Zahnarzt gehen, wenn die Schmerzen unerträglich sind. In diesem Fall kann es sein, dass der Betreffende etwas zu lange gewartet hat und die Behandlung aufwändig und mühsam ist. Prophylaxe ist angesagt! Genauso ist es auch bei Team-Trainings“

Früher verfolgten Outdoor-Trainings vor allem ein Ziel: Die Beteiligten sollten Spaß dabei haben. Spaß an der Sache ist gut und förderlich, doch Spaß allein hat ausschließlich Incentive-Charakter. Werden die erlebnisorientierten Outdoor- Übungen jedoch richtig eingesetzt, so ist ihre Wirkung genial, da emotionale Erlebnisse geschaffen werden, die unser Gehirn unglaublich wirkungsvoll speichert, wie die Forschung zeigt.

Aktueller Trend ist die ausgewogene Mischung von Outdoor-Elementen passend zur inhaltlichen Arbeit. Früher wurden einfach irgendwelche Outdoor-Aktivitäten ohne erkennbaren Nutzen für die tägliche Arbeit durchgeführt. Heutzutage ist dies zum Glück anders: Die Kombination der Methoden, die Feedback-Schleifen und die Umsetzbarkeit im Arbeitsalltag sind verstärkt in den Mittelpunkt von Teamtrainings gerückt worden.

 

Wie bereitet man das vor?

Ausschlaggebend ist, je nach Anlassfall und Zielsetzung, das passende methodische Element einzusetzen. Es können auch musikalische Elemente, Organisationsaufstellungen, Malen oder gemeinsame Visionsarbeit geeignet sein.

Diesen Nutzen können Teambuildings haben:

  • Rollenklärung der Teammitglieder
  • Ausbildung gemeinsamer Werte, Regeln, Normen und Deutungsmuster
  • Aufgabenstrukturierung und -abgrenzung
  • gemeinsames Aufgabenverständnis
  • Konfliktmanagementkompetenzen der Teammitglieder
  • Ausbildung einer offenen Kommunikationskultur
  • gegenseitige Vertrauensausbildung
  • Ausbildung eines positiven emotionalen Klimas
  • Verbesserung der Teamleistung und Teameffizienz

Was sind die Voraussetzungen?

  • Arbeiten im Team
  • Fernab des beruflichen Alltags und des betrieblichen Umfelds, damit es keine Unterbrechungen gibt
  • Gute Planung mit Profis, angelehnt an bisherige Erfahrungen und/oder Wünsche der Teilnehmerinnen
  • Klare Kommunikation an die TeilnehmerInnen im Vorfeld über die Ziele und Nicht-Ziele
  • Keine Zwangsverpflichtung bei massiven Ängsten oder körperlichen Unverträglichkeiten

Team-Trainings sind nur dort sinnvoll, wo auch Teams eingesetzt werden, weil sie auch sinnvoll sind und sich rechnen. Nicht jede Gruppe oder gar arbeitsteilige Organisationsform ist ein Team. Nur für wenige Aufgaben braucht man wirklich Teams. Meistens genügt eine starke Firmenkultur, die kooperationsfördernde Werte lebt.

Was können Teamtrainings nicht?

Immer wieder haben Führungskräfte zu hohe Erwartungen an Teamtrainings! In ein bis der Tagen wird es nicht möglich sein, Menschen grundlegend zu ändern, die Motivation langfristig zu heben durch eine Klettertour oder langjährige Konflikte zu begraben durch ein gemeinsames Abendessen. Überlegen Sie sich daher vorher genau die Schwerpunkte und Ziele. Wählen Sie dann die Aktivitäten passend zu den Ziele aus. Machen Sie nicht nur einen gemeinsamen Bungee-Sprung, weil es cool ist, obwohl eigentlich dringende Themen bearbeitet werden müssten.

 

Methoden-Tipp „Feedback-Paare“

Teamtrainings können super genutzt werden um vertrauliche Vier-Augen-Gespräche unter Teammitgliedern zu schaffen. Diese Übung fördert eine offene Aussprache untereinander und das gegenseitige, persönliche Kennenlernen.

Teilen Sie die Gruppe in Paare! Jedes Paar hat 20 Minuten Zeit sich zu unterhalten, wobei 10 Minuten jeweils eine Person Fragen beantwortet. Diese Fragen können als Anregungen verteilt werden:

  • „Die Zusammenarbeit läuft gut, aber verbessern könnten wir…“
  • „Wenn ich dich bei der Arbeit beobachte, fällt mir auf…“
  • „Was ich dir schon immer mal sagen wollte: …“
  • „Du würdest mich überraschen, wenn…“
  • „Wie ergänzen uns besonders gut, wenn…“
  • „In unserem Team bist du vor allem bekannt für…“

Nach 10 Minuten gibt es ein akustisches Signal und die zweite Person ist dran Fragen zu beantworten. Nach 20 Minuten werden die Partner getauscht und das Spiel beginnt von vorne.

Christiane Heider

Meine Ausbildungen:

  • * Zertifizierte Arbeits- und Organisationspsychologin
  • * Zertifizierte Klinische und Gesundheitspsychologin
  • * Zertifizierte Notfallpsychologin
  • * Systemischer Coach

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